:: PRESSEBERICHTE ZUM THEMA QUERSCHNITTSLÄHMUNG NACH SPRITZE ::

Auf einen Blick v. 25.03.2010 - "Ich sollte nur eine Spritze bekommen - jetzt bin ich gelähmt"

Ich sollte nur eine Spritze bekommen – jetzt bin ich gelähmt

Kaum mehr als ein Jahr ist es her, da stand die 40-Jährige aus Haltern am See in Westfalen mit beiden Beinen fest im Leben. Tatkräftig schmiss sie den Haushalt, organisierte das Familienleben, verdiente Geld als Kantinenkraft. Heute haben Trauer und Schwermut von der einst so lebenslustigen Frau Besitz ergriffen. Schmerzhaft erinnert sich Andrea Dittrich an die Wintertage, die ihr Leben veränderten. „Es war im Dezember 2008, als ich heftige Magenschmerzen bekam.“ Tagelang konnte sie kaum etwas essen, nahm stark ab. Auf Hilfe hoffend ließ sie sich ins St. Sixtus-Hospital in Haltern einliefern. Der Beginn eines langen Leidensweges.
„Die Ärzte haben meine Beschwerden zunächst überhaupt nicht ernst genommen“, erzählt Andrea Dittrich: „Erst neun Tage nach meiner Einlieferung fand die erste richtige Untersuchung statt.“ Zu diesem Zeitpunkt war ihr Bauch kürbisgroß angeschwollen. Doch statt eine Darmspiegelung durchzuführen, entschieden sich die Ärzte am Freitag, dem 16. Januar, ihre Patientin nach Hause zu schicken. Die lapidare Begründung: „Sie sagten mir, dass sie nicht mehr weiterwüssten“, so Andrea Dittrich. Deshalb sollte sie am darauf folgenden Montag entlassen werden. Doch dann kam alles anders: Wegen ihrer schlechten Blutwerte entschieden sich die Ärzte kurzfristig, eine Leber-Punktion durchzuführen. „Danach hat meine Frau zwei Tage lang vor Schmerzen geschrien“, berichtet Andrea Dittrichs Ehemann Reinhard (46) immer noch erschüttert. Doch erst als sie kaum noch ansprechbar war, handelten die Mediziner. „Auf einmal stellten die fest, dass Andrea innere Blutungen hatte“, so Reinhard Dittrich. „Da wurden sie ganz hektisch, brachten sie sofort in den OP-Saal zu einer Notoperation.“

Denn in Wahrheit hatte Andrea Dittrich einen lebensbedrohlichen Darmverschluss. Die Schmerzen nach der OP wurden mit einer Rückenmarkspritze behandelt. „Dabei muss etwas schiefgegangen sein, denn ich spürte meine Beine nicht mehr“, sagt Andrea Dittrich. Es handele sich um eine „leichte rechtsseitige Beinschwäche“, heißt es im Entlassungsbericht. Lähmungserscheinungen? Die würde sich die Patientin nur einbilden. Dass sie aber alles andere als eine Simulantin ist, belegen Untersuchungen an der Uni-Klinik Bochum. Diagnose: Querschnittslähmung nach der Rückenmarkspritze! Die junge Frau geschockt: „Es war doch nur eine Spritze – jetzt bin ich gelähmt!“

Nun kämpft sie mit ihrem Anwalt Stefan Hermann um Gerechtigkeit. Der Experte für Medizinrecht: „Wir haben das Krankenhaus auf 993 000 Euro verklagt.“ Die Klinik schweigt zu den Vorwürfen, fand auch kein Wort des Bedauerns. Andrea Dittrich verbittert: „Die Ärzte haben mein Leben zerstört. Und dann stempeln sie mich noch als Simulantin ab – das tut einfach unheimlich weh!“
 

Marl Aktuell vom 20.02.2010 - Nach Spritze im Rollstuhl

Gericht bestätigt Schaden von 600.000 Euro - Behandlungsfehler?

Haltern. Wenn Andrea D. an die letzte Woche zurückdenkt, dann ist sie nur noch traurig. Die lebenslustige Frau ist von allen Aktivitäten ausgeschlossen. Sie ist von der Hüfte an querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl, seit sie in einem Krankenhaus im Kreis eine Betäubungsspritze erhielt.

Ihr Leben wurde von einem Moment auf den anderen Moment auf den Kopf gestellt. „Ich hatte zehn Kilogramm abgenommen und ständig Bauchschmerzen. Im Krankenhaus wurde ich aber erst gar nicht behandelt. Und dann falsch“, beklagt die Halternerin.

Nach einer misslungenen Leberbiopsie musste sie notoperiert werden, erst hier wurde ein Darmverschluss festgestellt. Zu diesem Zeitpunkt lag sie bereits drei Wochen im Krankenhaus. Um den Darm wieder in Schwung zu bringen, setzten die Ärzte eine Betäubung, eine Periduralanästhesie (PDA). Seit dem sitzt sie im Rollstuhl.

„Die PDA war überflüssig, jedenfalls falsch gesetzt“, meint der Marler Arzthaftungsexperte Stefan Hermann, der jetzt Klage eingereicht hat. Das Gericht hat in einem ersten Schritt einen Schaden von rund 600.000 Euro bestätigt (LG Essen 1 O 179/09). Ob dieser auf einen Behandlungsfehler zurückzuführen ist, soll jetzt ein Sachverständiger prüfen.

Verärgert sind Patientenanwalt und Patientin über die Reaktion des Krankenhauses: „Obwohl die Querschnittslähmung durch unabhängige Ärzte eindeutig bescheinigt wurde, wird behauptet, meine Mandantin könne wieder aufstehen und laufen, sie es nur wolle. Das ist unfassbar!“, entrüstet sich Stefan Hermann.

Glücksrevue vom 12.08.2009 - „Unfähige Mediziner haben mein Leben zerstört!“

Andrea D. liebte das Leben, war immer in Bewegung. Heute ist die 39-Jährige ohne den Beistand ihrer Mutter völlig hilflos.

Sie ging mit starken Bauchschmerzen ins Krankenhaus – und wurde im Rollstuhl wieder herausgeschoben. Und dennoch stellten Ärzte Andrea D. (39) monatelang als Simulantin hin…

Vorsichtig fährt Andrea D. mit ihrem Rollstuhl ins Badezimmer. Es ist eng hier und sie braucht bei jedem Handschlag Hilfe: Schränke und Spiegel hängen viel zu hoch. Und schließlich muss sie rückwärts wieder hinausfahren. Anders passt der Rollstuhl nicht durch die schmale Tür.

Im Wohnzimmer nimmt Ehemann Reinhard D. (45, Polizeibeamter) seine Frau ganz fest in die starken Arme, gibt ihr Kraft. Und die braucht Andrea jetzt mehr denn je: Die letzten Untersuchungen an der Uni-Klinik Bochum haben für sie jegliche Hoffnung auf ein Leben ohne Rollstuhl zerstört.

Ihre Familie, zu der auch die Töchter Isabell (14), Marina (17), Sohn Niclas (12) und Mutter Anne R. (69) gehören, hat den Schock über die Ereignisse noch lange nicht verdaut. „Wir können es noch nicht fassen, dass nun alles anders wird“, sagt Reinhard D. „Früher waren wir aktiv, sind Motorrad gefahren, im Urlaub lange gewandert, haben Freunde getroffen, sind gerne auf Partys gegangen. Andrea war immer vorne mit dabei, hat mit ihrem Lachen und ihrer Fröhlichkeit alle angesteckt!“

Alles aus und vorbei – durch eine haarsträubende Kette von Pfusch und Versagen in zwei Krankenhäusern? Ärzte, die ihre Patientin verspottet und falsch behandelt haben, statt ihr zu helfen? Andrea D. und ihr Patientenanwalt Stefan Hermann aus Marl (NRW) sind sich darüber einig: „Meine Mandantin wurde nicht nur viel zu spät behandelt, nachdem die Mediziner fast zwei Wochen lang ihre Beschwerden ignorierten. Als sie dann operieren mussten, weil Frau D. fast an inneren Blutungen gestorben wäre, passierten weitere Fehler. Und schließlich die verhängnisvolle Lähmung!“, blickt Hermann zurück. „Wir fordern von der Klinik eine knappe Million Euro Schmerzensgeld und Schadensersatz, weil das Leben der Patientin zerstört wurde. Den Betrag werden wir auch so vor Gericht einklagen“, so der Jurist entschlossen.

Der Horror begann im Dezember 2008: „Ich hatte schlimme Magenschmerzen, konnte nicht mehr auf die Toilette. Im örtlichen Krankenhaus begrüßte mich der Arzt mit den Worten: ,Sie sind also die Patientin, die immer bricht…` Ich antwortete: ,Nein, ich bin die Patientin, die Magenschmerzen hat, wenn sie etwas isst´“, erinnert sich Andrea D. und fügt hinzu: „Die haben mich von Anfang an anscheinend nicht für voll genommen, sagten mir immer, meine Beschwerden könnten nicht organisch sein, hätten sicher psychosomatische Ursachen. Ob mir als Kind im Sandkasten mal die Förmchen geklaut worden wären…“

Andere Mediziner, so Andrea D., hätten sich über ihren immer dicker werdenden Bauch lustig gemacht: „Wir könnten damit doch mal auf die Geburtsstation fahren und nachschauen, ob sich etwas bewegt!“, musste sie sich anhören. Schließlich hielt sie es vor Schmerzen nicht mehr aus und ihre Blutwerte gingen dramatisch in den Keller. „Die Ärzte stellten innere Blutungen fest, mussten operieren – und entdeckten dabei ,zufällig´ die wahre Ursache für die Qualen meiner Frau“, erzählt Reinhard D. empört. „Sie hatte einen Darmverschluss! Ohne Operation wäre sie gestorben!“ Nach der OP bekam sie eine Rückenmarksnarkose zur Anregung des Darms – und konnte ihre Beine nicht mehr bewegen!

Das alles sagte Andrea D. später den Ärzten. „Die haben mich als Simulantin hingestellt! Ich könne aufstehen, wenn ich nur wollte!“

Doch das blieb ein unerreichbarer Traum. Selbst nach neun Wochen Reha trat keine Besserung ein. „An ihrer absurden Diagnose, meine Frau würde die Aufmerksamkeit im Rollstuhl genießen, hielten auch dort die Mediziner fest“, sagt der Ehemann, und kämpft mit den Tränen: „Das ist eine Frechheit!“

Dr. Mirko A., Spezialist an der Bochumer Uni-Klinik, bestätigt nun, dass Andrea D. von der Leiste abwärts komplett gelähmt ist: „ Frau D. ist nicht in der Lage, frei zu stehen.“ Beim Chefarzt des Krankenhauses, in dem das Schicksal der Patientin seinen Lauf nahm, stoßen solche Aussagen offenbar auf taube Ohren. Er lässt den Rechtsstreit aus sich zukommen. Dr. Arno B., Internist, sieht auf Nachfrage keinen Fehler in seinem Haus: „Die Patientin ist hier langfristig und ausführlich von uns diagnostiziert worden. Und das ist auch in der Reha-Klinik gemacht worden“, sagt er. „Dort wurden die Störungen bei Frau D. auf den psychischen Bereich geschoben.“

Für die dreifache Mutter ein Schlag ins Gesicht. Sie kämpft jeden Tag gegen ihr Schicksal an: „Ich kann nicht mehr in die obere Etage unseres Hauses, in der die Zimmer der Kinder sind. Unser Schlafzimmer musste ins Erdgeschoss verlegt werden. Meine Mutter macht für mich den Haushalt, wäscht mich sogar. Ohne sie würde bei uns alles zusammenbrechen“, sagt sie und holt tief Luft, bevor sie weiterspricht. „Mein Mann hat extra eine Rampe gebaut, damit ich auch mal in den Garten rollen kann. Es ist ein einziger Albtraum…“



Der richtige Rechtsbeistand

Warum sollten sich Medizingeschädigte Hilfe beim Patientenanwalt holen?

Das Medizinrecht ist sehr umfangreich. Patientenanwälte sind auf den Teilbereich Arzthaftungsrecht spezialisiert und vertreten ausschließlich Patienten, um deren Rechtsansprüche durzusetzen.

Welche Ansprüche kann ich geltend machen?
Neben Schmerzensgeld, das Sie für Ihren bisherigen Leidensweg einfordern können, und Schadersatz (z.B. für Behandlungs- oder Anwaltskosten), haben Sie unter Umständen Anspruch auf eine Schmerzensgeldrente. Können Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben, können Sie Verdienstausfall geltend machen. Auch Haushaltsführungs- und ggf. Beerdigungskosten können eingeklagt werden.

Wer bezahlt den Prozess?
Rechtsschutzversicherungen kommen für alle gesetzlichen Gebühren auf. Nicht Versicherte, die die Kosten nicht selbst tragen können, können einen Prozessfinanzierer konsultieren, der die Kosten übernimmt und bei Prozessgewinn einen Anteil erhält, ober beim Gericht Prozesskostenhilfe anfordern.

Bildzeitung (NRW) vom 26.06.2009 - Ärztepfusch? Nach Spritze im Rollstuhl

Jetzt verklagt sie die Klink auf 1 Mio Euro

Haltern - Wird diese Frau je wieder gehen können?

Andrea D. (39), Mutter zweier Kinder stand fest im Leben, managte ihre Familie, den Haushalt, fuhr Motorrad, joggte. Doch dann kam der 28. Dezember 2008. An diesem Tag ging sie mit Magenschmerzen ins Krankenhaus und wurde später im Rollstuhl wieder entlassen. Jetzt verklagt sie die Klinik auf knapp eine Million Euro.

Andrea D.: "Man hat mich zwei Wochen lang im Krankenhaus nicht ernstgenommen. Mein Bauch wurde immer dicker, die Schmerzen unerträglich. Ich wäre fast geplatzt, aber die Ärzte wussten nicht, was los war. Die haben mein Leben verpfuscht. Ich hatte große Angst vor dem Tod."

Nach einer Leberuntersuchung ging es Andrea immer schlechter. Als die Blutwerte in den Keller gingen, entschlossen sich die Ärzte zur Not-OP am Bauch:  Darmverschluss! Die Patientin:"Das ausgetretene Blut hätte mich fast vergiftet."

Der medizinische Albtraum war aber noch nicht zu Ende. Um den Darmtrakt wieder in Ganz zu bringen, bekam Andrea D. eine Rückenmarks-Spritze. Seitdem kann sie nicht mehr laufen. "Ich fühle mich wie im Gefängnis, werde verrückt im Rollstuhl. Ich mag auch meinen Körper nicht mehr, aber aufgeben? Nein!"

Ihr Ehemann Reinhard (45):"Wir haben das Schlafzimmer nach unten verlegt, eine Rampe in den Garten gebaut."

Patientenanwalt Stfan Hermann (43, Marl): "Meine Mandantin wurde im Krankenhaus als Simulantin abgestempelt. Wir klagen auf exakt 993 700 Euro Schmerzensgeld und Folgekosten." Der ärztliche Direktor der Klinik: "Zwei Monate haben wir uns mit der Patientin beschäftigt. Dieser Fall ist ein ganz normaler Rechsstreit."
 

Patientenanwalt
Stefan HERMANN
Fachanwalt für Medizinrecht
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